anonyme Grabstätte für Tot- und Fehlgeburten

Presseinformation

Ein würdiger Umgang mit Fehl- und Totgeburten

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern ein Höhepunkt ihres Lebens. In der Familie wird mit Freunden und Verwandten der Geburt entgegen gefiebert und nach der Geburt ausgiebig gefeiert.

Nicht jede Schwangerschaft endet aber mit der Geburt eines lebenden Kindes. In manchen Fällen kommt es zu Fehl- oder Totgeburt. Für die Eltern, für die Familie für Freunde und Verwandte ist das ein harter Schicksalsschlag, ein sehr schmerzhafter Verlust.

Die Hoffnung und die Freude auf die Geburt eines Kindes, auf ein neues Leben wurden jäh beendet. Der Schmerz, den die Betroffenen erleben, ist unermesslich und es ist Aufgabe und Verpflichtung von Hebammen, Schwestern und Ärzten, die Eltern und Ihre Angehörigen in dieser schweren Stunde aufzufangen, ihnen Trost und Zuspruch zu geben.
Den Schmerz nach einer Fehl- oder Totgeburt können sie nicht nehmen, doch sie versuchen ein Stück Normalität in den Kreißsaal  zu holen. Ein „still geborenes Kind“  - so wird ein totgeborenes Kind genannt - wird nicht anders behandelt als ein lebend geborenes Kind. Es wird gewogen, gemessen und gewaschen und es wird ein Fußabdruck genommen. Damit wird ein Stück Erinnerung geschaffen. Eltern, die mit einer Fehl- oder Totgeburt konfrontiert sind, stehen verständlicherweise unter Schock. An eine Beerdigung des Kindes denken sie zunächst nicht.

In Neustrelitz hat das DRK-Krankenhaus mit Unterstützung der Stadt im Jahr 2006 eine anonyme Grabstätte für Tot- und Fehlgeburten geschaffen. Dort werden nach dem Bestattungsrecht Mecklenburg-Vorpommern’s alle nicht bestattungspflichtigen Kinder, das heißt alle totgeborenen Kinder  mit einem Gewicht zwischen 500 und 1000 Gramm beigesetzt.

Am 23. November 2008 wurde diese Grabstätte, mit Unterstützung der Stadtwerke, durch einen neuen Grabstein für alle sichtbar gemacht. Damit wurde ein Ort der Stille, ein Ort für Trauer und des Gedenkens geschaffen. Nun können Eltern jederzeit individuell Abschied nehmen und die Basis für einen gesunden Trauerprozess ist ihnen gegeben.

Auf dem ausgewählten Grabstein sitzt ein Schmetterling. Mit den Worten: „Leise, leise gingst du fort…Ich konnte dich nicht halten.“, symbolisiert der Schmetterling das Sterben, die Wiedergeburt und die befreiten Seelen unserer Kinder.

Ohne die Unterstützung des Bürgermeisters Andreas Grund, des Geschäftsführers der Stadtwerke Neustrelitz Frank Schmetzke, von Frau Buchwald von der Friedhofsverwaltung und die handwerklich wertvolle Arbeit des Steinmetzers Herrn Raemisch wäre die Errichtung dieser würdevollen Grabstätte nicht möglich gewesen. Die Krankenhausleitung bedankt sich herzlich.

(G. Ehlers, J. Weyer)