Anästhesiologie / Intensivmedizin - Leitbild

Patienten, deren gesundheitlicher Zustand einen Aufenthalt auf unserer Station notwendig macht, haben entweder eine große Operation hinter sich  oder sind durch eine meist akute schwere Erkrankung so beeinträchtigt, dass nur eine intensive Überwachung ihrer lebenswichtigen Funktionen in Kombination mit einer oft invasiven Therapie eine Besserung ihres gesundheitlichen Zustandes ermöglicht.

Eine Vielzahl von medizinischen Geräten, Kabeln und Monitoren, die um unsere Patienten herum gruppiert werden, lassen das Bild einer  hoch technisierten Einrichtung erscheinen. Die kontinuierliche Geräuschkulisse durch Alarmpiepsen und technische Geräte unterstützt diesen Eindruck zusätzlich und schafft eine permanente Unruhe.

In diesem Umfeld behandeln wir Menschen, die so schwer erkrankt sind, dass sie rund um die Uhr eine intensive medizinische Behandlung benötigen. All’ das schafft eine Kulisse, die für den einzelnen Patienten, aber auch für seine Angehörigen häufig als bedrohlich empfunden wird. Nicht zuletzt sind die notwendigen therapeutischen Maßnahmen anstrengend, manchmal auch schmerzhaft, auf jeden Fall aber werden
sie als Belastung empfunden.

Vor diesem Hintergrund ist es unser Ziel, unseren Patienten ein größtmögliches Maß an Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln, ihnen Ängste und Schmerzen zu nehmen. Trotz des hoch technisierten Umfeldes bemühen wir uns, Wärme und menschliche Nähe einzubringen. Dabei darf gelacht, aber auch geweint werden. Es muss Platz für Freude, aber auch für Trauer gelassen werden. Beides ist ein fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit.


Die moderne Intensivmedizin vermag Menschen am Leben zu erhalten, die noch vor wenigen Jahren oder Jahrzehnten sicher gestorben wären. Sie bedeutet aber auch eine permanente Gradwanderung zwischen Leben und Tod. Nicht alles was medizinisch möglich ist, ist auch medizinisch und ethisch sinnvoll. Dieses zu erkennen und etwaiges Leiden nicht sinnlos zu verlängern, ist wohl für alle Beteiligten - seien es Schwestern, Ärzte aber auch die Angehörigen - die schwierigste Aufgabe überhaupt.

Unsere tägliche Arbeit verstehen wir als Teamleistung. Nur wenn unsere Pflegekräfte, die Ärzte, aber auch Physiotherapeuten und das funktionsdiagnostische Personal gemeinsam an einem Strang ziehen und einen regen Informationsaustausch pflegen, sind wir in der Lage, eine optimale medizinische Leistung zu erbringen. Eine besondere Bedeutung hat hierbei die intensive Zusammenarbeit der Ärzte der verschiedenen Fachabteilungen unseres Hauses, aber auch externer Fachärzte. Nur der konstruktive Disput unter Einbeziehung sämtlicher Gesichtspunkte gibt uns dabei die Möglichkeit, den Patienten optimal zu behandeln.

Die tägliche selbstkritische Analyse der eigenen Arbeit in Kombination mit einer kontinuierlichen Weiterbildung, schafft die Basis der Verbesserung unseres fachlichen Handelns.